Die besten Jahre – oder Schönrederei?

Kürzlich schrieb mir Ute Schrör, die schon lange in meinem Verteiler ist, ihre Sicht der Dinge zum Thema, „die besten Jahre“! Dabei stellt sie eine interessante Frage!

herbstbildWir, die Herbst- Zeitlosen, die Senioren, die graue Eminenz oder die 60 + Generation haben Kraft, haben Ausdauer, eine gewisse Gelassenheit und Lebenserfahrung. Wir sind die gute Generation. Wir können das Leben genießen.

Ja, wir Herbst – Zeitlosen reisen viel, sind sportlich und vielseitig interessiert. Unsere Erfahrungen und unser Wissen ist in Ehrenämtern gefragt, als Großeltern ebenso.

Wir sind im goldenen Herbst unseres Lebens angekommen (manche erleben sogar ihren zweiten Frühling), so können wir es in allen Zeitungen und Zeitschriften lesen. Wir werden umworben und hofiert von der Geschäftswelt.

Wo aber ist der goldene Herbst in unserem Alltag?

Warum geben wir ein ganz anderes Bild von uns wieder. Das Umfeld ist gar nicht so positiv eingestellt, wie es die Werbung uns weismachen will.

Da hört man oft von Ängstlichkeit etwas Neues zu beginnen.

Auch den Satz kann man oft hören: „Dafür fühle ich mich schon zu alt, dass traue ich mir nicht mehr zu. So etwas fange ich in meinem Alter nicht mehr an.“ 

Denke ich nur an früher, z.B. an mein Kaffeekränzchen!

Da ging es um die Kinder,  das Kochen und neue Rezepte. Vielleicht sprachen wir noch über unsere Berufstätigkeit (Halbtagsstelle) und den Sport.

In unserer jetzigen Lebensphase besprechen wir bei unseren Kaffeekränzen erst einmal alle Krankheiten und das kann dauern, ehe wir auf ein anderes Thema kommen.  Erhöhter Cholesterin-Wert hält uns aber nicht davon ab, den Kuchen zu probieren und die Krankheits-Geschichten einmal kurz zur Seite zu stellen.   

Wo ist der goldene Herbst im Alltag? Wollen uns die Illustrierten vielleicht motivieren? Vielleicht unseren Ehrgeiz anstacheln doch so zu werden, wie sie uns gerne sehen möchten!

Der Herbst des Lebens sollte man sich gestalten. Immer nur die schönen Dinge angehen und genießen.

Um diese schöne Zeit zu verlängern, muss  ich sehr viel tun. Die Ernährung und die Bewegung soll ich nicht vernachlässigen. Mir kommen Zweifel. Das ist zu viel des Guten!

Ob man wirklich seine guten Jahre verlängern und den Alterungsprozess hinaus zögern kann, ehe es vom Herbst in den Winter geht? 

Vor einigen Wochen besuchte Professor Dietrich Grönemeyer die Mitgliederversammlung der Volksbank hier in Krefeld. Er hielt einen Vortrag, das Geld nicht alles sei. Gestärkt den Herbst des Lebens zu erreichen sei Eigenverantwortung in allen Dingen des Lebens wichtiger als alles andere. Über den Satz: "Turne bis zur Urne" musste er selber lachen.

Jeder spricht vom Herbst des Lebens, aber vom Winter spricht niemand.

Gibt es im Alter oder Altwerden keinen Winter? Blenden wir ihn aus? Ist die Winter–Lebenszeit vielleicht das Pflegeheim? Oder die Zeit, wo wir nur auf andere Menschen und deren Hilfe angewiesen sind? Es wird mir kalt. Ich mag keine weiteren Überlegungen anstellen. Das sind Gedankengänge, die ich lieber nicht weiter ausbaue möchte. Was erwartet mich im Winter? Muss ich mich genau wie für den Herbst auf den Winter meines Lebens vorbereiten? Kann ich das? 

Ich frage mich: Haben sich einige Buchautoren abgesprochen? Ja, sie wollen uns alle nur helfen, sie wollen für uns das Beste. Wir müssen nur mitmachen. Was mich aber sehr irritierte bei einem Besuch in meiner Buchhandlung, war, dass neben dem Buch „Gewöhnen Sie sich das Altern ab“ dieses Buch lag: “Fit in die Kiste”  – U  n  g  l  a  u  b  l  i  c  h –    

Herzlichen Dank für diesen Beitrag an Ute Schrör!  

Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema? Sind wir Verdränger? Reden wir uns tatsächlich die besten Jahre schön?                                                                                                                                                              

Herzlichst
Ihre

Margit Burkhart
Best-Aging-Coach

P.S. Abonnieren Sie meinen Blog und Sie verpassen keinen Beitrag mehr. Und Sie erhalten kostenlos mein 4-Wochen-Transformations-Coaching!

Ja, ich möchte in den Best-Aging-Verteiler!

Registrieren Sie sich jetzt, um eine Email zu erhalten, wenn ich neue Inhalte publiziere.

Ich werde niemals Ihre Email Adresse weitergeben, handeln oder verkaufen. Sie können die Benachrichtigung jederzeit abbestellen.

6 Kommentare zu “Die besten Jahre – oder Schönrederei?

  1. moin
    und einen g u t e n morgen danke für die so wichtige mail, wichtige fragen, wichtige gedanken
     
    ich genieße  jeden tag in rente, freue mich, wenn ich ohne schmerzen bin,
    freue mich, wenn ich anderen helfen kann
    (gehe jede woche in die grundschule, helfe und fördere beim deutsch lernen)
    freue mich,wenn ich mit freunden etwas unternehme und gute gespräche führen kann
    älter werden , sterben und auch das leben nach dem tod gehören natürlich auch als themen dazu
    danke für diese mail!

    ich wünsche ihnen eine g u t e woche und ein harmonischen jahresausklang.  
    ps: den spruch:  turne bis zur urne  werde ich weiterverbreiten, toller spruch

  2. …danke für diesen positiven Beitrag…

    Herzlichst

    Margit Burkhart

  3. Liebe Herbstzeitlosen und Wintererprobten,

    Im Oktober habe ich mit meiner großen Familie und vielen Freunden meinen 90. Geburtstag gefeiert. Dieses bei bester Gesundheit und dem begründten Wunsch die kommenden 10 Jahre in möglichst noch vielen Bereichen aktiv ein gutes Leben zu führen. Darunter verstehe ich viele gute Gemeinsamkeiten mit meiner großen Familie, gesunde Ernährung, täglich ca.fünf Kilometer laufen 3x wöchentlichFitnesscenter, täglich Meditationsübungen, ehrenamtliche Tätigkeiten, eine für mich sehr wichtige anspruchsvolle Kommunikation mit meinem Freundeskreis und last but not least nachkommen der noch gewünschten beruflichen Beratertätigkeiten. Abschließend möchte ich noch mitteilen, dass ich meinen Haushalt 80m² Wohnung in jeder Hinsicht allein bewältige incl. kochen. Verbleibende Zeit widme ich anspruchsvoller Literatur. Somit ist für mich klar geworden: Ich habe keine Zeit um alt zu werden.

    Herzlich Euer Wolfgang Nieselt

     

  4. Lieber Herr Nieselt,
    WOW was für ein motivierendes Beispiel, wie ein gelungenes Leben sein kann. Sie zeigen mit Ihrem Kommentar, was man dazu braucht.

    Ganz liebe Grüße
    Ihre

    Margit Burkhart

  5. Liebe Margit Burkhart,

    der Artikel von Frau Schrör gibt mir zu denken und ich kann die Bedenken von Frau Schrör durchaus verstehen. Aus meiner Sicht wird es mit zunehmendem Alter immer schwerer, vielleicht erst als Best Ager über den „Winter des Lebens“ nachzudenken, wie Frau Schrör diese Zeit benennt. Die Vorbereitung auf diese Zeit müsste nämlich schon sehr viel früher beginnen. Vielleicht sogar bereits zu der Zeit, in der man beginnt, für die finanzielle Seite im Alter zu sorgen, also mit Beginn der Renteneinzahlung. Doch wer tut das schon? Ich tat das auch nicht.

    Würde ich als Best Ager beginnen, mit Gedanken über den Winter des Lebens zu machen, ist es meist schon zu spät, denn da holen mich u.U. langsam die Unzulänglichkeiten meines Körpers bzw. meiner Gesundheit fast unaufhaltsam ein. Diese Unzulänglichkeiten hätte ich weitgehend vermeiden können, wenn ich für mich schon früh die volle Verantwortung übernommen hätte. Darüber hat uns jedoch niemand aufgeklärt.

    Über den Winter des Lebens bzw. über den Tod wird in unserer Gesellschaft erst dann gesprochen, wenn die betreffende Person kurz davor steht. Noch immer ist das ein Tabuthema. Und wer will in der Jugend schon an diese Zeit denken?

    Es ging mir genauso, nur mit dem Unterschied, dass ich mich lange vor meiner Best-Ager-Zeit mit dem angesprochenen Winter auseinander gesetzt habe. Das begann damit, als mir klar wurde, nur ich bin für mein Leben verantwortlich. Und wenn ich für mein Leben verantwortlich bin, bin ich das auch für meinen Tod.

    Geholfen hat mir auf meinem Weg die Spiritualität. Nicht zu verwechseln mit der Esoterik, die heutzutage so viel verspricht und leider wenig hält. Die Religionen könnten helfen, wenn man sie in ihrem eigentlichen  Sinne als „Rückbesinnung“ lebt. Rückbesinnung auf das eigene Ich. Doch die wenigsten wissen davon und handelt danach.

    Ich habe festgestellt, dass mir bei meiner Lebens- und Betrachtungsweise viele Freunde abhanden gekommen sind, auch Familienangehörige haben sie rar gemacht. Gefunden habe ich allerdings Menschen, die mir heute viel verwandter sind, mit welchen ich mich auf einer völlig neuen, dafür tieferen Ebene verständigen kann als das früher der Fall war.

    Diese Erkenntnis hat mir die Angst genommen vor dem, was noch vor mir liegt. Auch die Angst vor dem Winter des Lebens. Ich setze mir immer noch Ziele und bin neugierig, ob ich diese erreiche. Und ich blende die kommende Zeit nie aus, weil sie auch zu meinem Leben gehört. Und, was mich zufriedener macht als in meinen jüngeren Jahren: Ich nehme mich nicht mehr so wichtig.

    Liebe Margit Burkhart, mein Kommentar ist kein Ratgeber, sollten Sie diesen jemals veröffentlichen. Es ist mein persönlicher Weg. Doch es ist wichtig, darüber zu sprechen und zu berichten und ich bin der Überzeugung, dass Ihre Rundbriefe und Ihre HP viel dazu beitragen können.

    Wie immer grüße ich Sie herzlich und wünsche Ihnen ein sonniges Wochenende und weiterhin viel Erfolg.

     

    Ihr

    Till Abele

  6. Lieber Herr Abele,

    ich denke, jeder wird irgendwann im Winter seines Lebens ankommen und ich kann Ihnen nur beipflichten. Auch hier können wir Einfluss nehmen und bis in die letzten Tage ein gutes Leben haben. Wir wissen ja alle, bzw. jeder der in meinem Newsletter ist oder mein Buch gelesen hat: alles was wir erwarten, denken und glauben, findet seine Entsprechung in unserem Körper wieder.

    Ich danke Ihnen für Ihren wertvollen Beitrag zu diesem Thema.

    Herzlichst
    Ihre

    Margit Burkhart

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*